Zucker-/ Futterhirse

Hirse
Zuckerhirse

Die Zucker-/ Futterhirse (Sorghum bicolor) ist ein einjähriges, sommerannuelles Gras mit einer kurzen Vegetationsdauer. Sie gehört zur Gattung der Sorghum-Hirsen. Die Zuckerhirse bildet ein kräftiges Wurzelsystem aus und bestockt sich mit 2 bis 3 Trieben. Der markgefüllte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 250 cm und schiebt im Herbst eine relativ dichte Rispe. Die Zuckerhirse ist in den trockenen, warmen und gemäßigten Klimagebieten Afrikas, Amerikas, Asiens und Europas als Futtergras stark verbreitet. Aus diesem Grund ist sie wärmeliebend und frostemfpindlich sowie trockenresistenter gegenüber Mais.

Staunasse und kalte Böden sind für den Anbau nicht geeignet, ansonsten bestehen keine besonderen Ansprüche bezüglich der Standortwahl.

In der Fruchtfolge ist die Zuckerhirse selbstverträglich und lässt sich gut einordnen. Auf unkrautunterdrückende Eigenschaften der Vorfrucht ist jedoch zu achten. Vor der Saat sollte eine Herbstfurche, eine feuchtigkeitsbewahrende und feinkrümlige Saatbettbereitung im Frühjahr erfolgen. Die Zuckerhirse kann mit der üblichen Drilltechnik ausgesät werden.

Saatzeit: ab Anfang Mai (Bodentemperatur > 15 °C)
Saatstärke: 15 bis 20 kg/ha (TKG ca. 25 g)
Saattiefe: 2 bis 3 cm
Keimdauer: 1 bis 2 Wochen
Reihenabstand: 30 bis 50 cm

Bei ausreichender Versorgung des Bodens mit Phosphor, Kalium und Magnesium besteht kein Grunddüngungsbedarf. Nährstoffentzüge können im Rahmen der Fruchtfolgedüngung ergänzt werden. Zur Bemessung der mineralischen Stickstoffgabe sind Nmin-Werte des Bodens im Frühjahr aus 0 bis 60 cm Tiefe einzubeziehen. Bei einem Ertragsniveau von 140 dt TM/ha beträgt der N-Sollwert ca. 180 kg /ha.

Der Erntezeitpunkt der Zuckerhirse ist abhängig vom TS-Gehalt, der für eine sichere Silierung im Bereich von 28 bis 35 % liegen sollte. In Abhängigkeit von Sorte, Jahreswitterung und Standort ist dieses Entwicklungsstadium im Zeitraum von Mitte September bis Ende Oktober erreicht. Die Ernte kann mit einem Maishäcksler durchgeführt werden. Um eine optimale Silierung zu erreichen, sollte die Häcksellänge von 3 bis 5 cm sein.

Die Silage der Zuckerhirse ist als Viehfutter bzw. Koferment für die Biogasanlage geeignet. Letztgenannte Verwertungsart wird gegenwärtig für landwirtschaftliche Biogasanlagen favorisiert. Versuche zur Biogaseignung haben gezeigt, dass die Methanausbeuten aus der Pflanze mit denen von Mais vergleichbar sind. Auch eine Nutzung zur Herstellung von Bioethanol ist aufgrund der hohen Zuckergehalte möglich und wird derzeit in den USA praktiziert.

Themenbearbeiter bei der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft sind:
Herr Michael Conrad
Tel.: 036427 868 131
Mail: michael.conrad(bei)tll.thueringen.de

Frau Maria Wagner
Tel.: 036451 680 11
Mail: maria.wagner(bei)tll.thueringen.de

 

 

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