Parzellenansicht mit Sudangras
Sudangras
Sudangras (Sorte Sucrosorgo)

Das Sudangras ist ein einjähriges, sommerannuelles Gras, das zur Gattung der Sorghum-Hirsen gehört und eine Kreuzung aus Sorghum virgatum und Sorghum bicolor ist. Das Sudangras bildet ein kräftiges Wurzelsystem aus und bestockt sich mit 4 bis 6 Trieben. Der markgefüllte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 250 cm und schiebt im Herbst eine Blütenrispe. Sudangras stammt aus Afrika und ist in den trocknen, warmen und gemäßigten Klimagebieten als Futter- und Weidepflanze verbreitet.

Um die Bildung von ausreichender Wurzelmasse zu gewährleisten, sollten die ausgewählten Standorte gut durchwurzelbar sein. Mäßig feuchte Standorte sind für den Anbau am besten geeignet jedoch ein Anbau auf Trockenlagen ist möglich.

In der Fruchtfolge ist die Sudangras selbstverträglich und lässt sich gut einordnen. Auf unkrautunterdrückende Eigenschaften der Vorfrucht ist jedoch zu achten. Vor der Saat sollte eine Herbstfurche, eine feuchtigkeitsbewahrende und feinkrümlige Saatbettbereitung im Frühjahr erfolgen. Sudangras kann mit der üblichen Drilltechnik ausgesät werden.

Saatzeit: ab Anfang bis Mitte Mai (Bodentemperatur 12 - 15 °C)
Saatstärke: 20 bis 25 kg/ha (TKG ca. 25 g)
Saattiefe: 2 bis 3 cm
Keimdauer: 1 bis 2 Wochen
Reihenabstand: 30 bis 50 cm

Im Versuchsanbau wurden für Thüringen die Sorten Susu, Lussi, King 61, Sucrosorgo und Akklimat geprüft. Bei ausreichender Versorgung des Bodens mit Phosphor, Kalium und Magnesium besteht kein Grunddüngungsbedarf. Nährstoffentzüge können im Rahmen der Fruchtfolgedüngung ergänzt werden. Zur Bemessung der mineralischen Stickstoffgabe sind Nmin-Werte des Bodens im Frühjahr aus 0 bis 60 cm Tiefe einzubeziehen. Bei einem Ertragsniveau von 140 dt TM/ha beträgt der N-Sollwert ca. 170 kg /ha.

Der Erntezeitpunkt des Sudangrases ist abhängig vom TS-Gehalt, der für eine sichere Silierung im Bereich von 28 bis 35 % liegen sollte. In Abhängigkeit von Sorte, Jahreswitterung und Standort ist dieses Entwicklungsstadium im Zeitraum von Mitte September bis Ende Oktober erreicht. Die Ernte kann mit einem Maishäcksler durchgeführt werden. Um eine optimale Silierung zu erreichen, sollte die Häcksellänge von 3 bis 5 cm sein.

Die Silage des Sudangrases ist als Viehfutter bzw. Koferment für die Biogasanlage geeignet. Letztgenannte Verwertungsart wird gegenwärtig für landwirtschaftliche Biogasanlagen favorisiert. Versuche zur Biogaseignung haben gezeigt, dass die Methanausbeuten aus der Pflanze mit denen von Mais vergleichbar sind.

Themenbearbeiter bei der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft:
Herr Michael Conrad
Tel.: 036427 868 131
Mail: michael.conrad(bei)tll.thueringen.de

Frau Maria Wagner
Tel.: 036451 680 11
Mail: maria.wagner(bei)tll.thueringen.de

 

 

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