Kurzumtriebsplantagen

Der Bedarf an erneuerbaren Energieträgern steigt kontinuierlich. Daher bietet sich die Nutzung von Energiewäldern, den sogenannten Kurzumtriebsplantagen (KUP) an, um mit relativ geringem Aufwand viel Energie zu produzieren. 

 

Auf KUP werden schnellwachsende Baumarten kultiviert, die innerhalb kurzer Zeit viel Biomasse für eine energetische Nutzung produzieren. Aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit bevorzugen die genutzten Baumarten, vor allem Pappeln und Weiden, nährstoffreiche Böden und lichte Standorte. Bereits nach drei bis fünf Jahren ist eine erste Ernte möglich. Hierbei wird zu Beginn des Winters der Bestand stark zurückgeschnitten und die Biomasse zu Hackschnitzeln verarbeitet. Mit beginnendem Frühjahr setzt der Stockausschlag ein, mehrere Triebe treiben aus dem verbleibenden Stock aus. Die Plantagen lassen sich als Rein- oder Mischkulturen auf geschlossenen Flächen oder in Reihen (Agroforst- bzw. Alley-Cropping-Systeme) über 20 Jahre nutzen, im landwirtschaftlichen Sinn handelt es sich daher um Dauerkulturen.

 

Im Anschluss an die Ernte wird das Holz direkt zu Hackschnitzeln verarbeitet. Für deren Lagerung ist der Wassergehalt von entscheidender Bedeutung: er muss von ursprünglich rund 50% auf unter 30% gesenkt werden, um den mikrobiellen Abbau zu vermeiden. Daneben hat der Wassergehalt einen entscheidenden Einfluss auf den Heizwert der Schnitzel - je trockener das Holz desto höher der Heizwert. Weiteren Einfluss auf den Heizwert haben Größenverteilung und Schüttdichte.

Neben den ökonomischen Möglichkeiten bieten KUP diverse ökologische Vorteile wie beispielsweise Erosionsschutz, Bodenruhe und einen geringen Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz. Auch tierökologische Vorteile aufgrund der mehrjährigen Kulturzeit der Plantage und den daraus resultierenden geringen Störungen können genannt werden.

Vor dem Hintergrund steigender Preise nicht nur  für fossile Rohstoffe, sondern auch für CO2-Emissionszertifikate sowie bei zunehmender Konkurrenz um Waldholz ist davon auszugehen, dass der Anbau von Energieholz in Form von KUP auf landwirtschaftlichen Flächen zunehmen wird.

 

 

  • Weiterführende Links:

http://www.bioenergie-portal.info/baden-wuerttemberg/kup-broschuere/

http://www.bioenergie-portal.info/baden-wuerttemberg/kup-newsletter/

http://www.bioenergie-portal.info/baden-wuerttemberg/kup-rechner/

http://www.kup-netzwerk.info

 

 

Bei Fragen und Beratungsbedarf stehen Ihnen gern die Ansprechpartner der regionalen Bioenergieberatung Schleswig-Holstein und Hamburg zur Verfügung.

 

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