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30.07.10

Die Ortsgemeinde Wiesbaum aus der Bioenergieregion Eifel bewirbt sich als Bioenergiedorf 2010


Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat den Wettbewerb „Bioenergiedörfer 2010“ ausgeschrieben und ein Preisgeld von 10.000 € für das Siegerdorf ausgesetzt. Bedingung für die Teilnahme am Wettbewerb ist, daß das Dorf weniger als 10.000 Einwohner hat. Soweit war die Hürde kein Problem, dieses Merkmal erfüllen 2.261 der 2.306 eigenständigen Gemeinden in Rheinland-Pfalz.

Eine weitere Forderung ist, daß die Gemeinde bereits heute ihren Energiebedarf zu mindestens 50% aus erneuerbaren Energien gewinnt. Da wird es dann schon deutlich schwieriger im Land. „Schaffen wir das?“ Diese Frage stellte sich auch der Ortsgemeinderat Wiesbaum in seiner Sitzung im Juni 2010. Also machte man sich ans Werk und stellte eine Energiebilanz für das eigene Dorf auf. Dazu wurde der Bedarf an Strom und Wärme und die eigene Produktion von Energie aus erneuerbaren Quellen im  Ort zusammengestellt. Die Betreiber von Strom-, Erdgas- und Nahwärmenetzen und der Bezirksschornsteinfeger lieferten zuverlässige Daten über den aktuellen Bedarf an Wärme und Strom. Das Forstamt Hillesheim stellte die genutzten Brennholzmengen aus dem Gemeindewald zusammen. In der Summe benötigen die Einwohner und die Gewerbebetriebe in Wiesbaum im Jahr gut 4,3 Mio KWh an Strom und gut 8,8 Mio KWh an Wärme. Dem gegenüber steht schon heute eine große Menge an klimafreundlich produziertem, erneuerbarem Strom und Wärme. Mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Systemen, vom einfachen Holzofen bis zur Solar- oder Biogasanlage produzieren die Wiesbaumer zusammen ca. 4,7 Mio KWh Strom und ca. 4,1 Mio KWh Wärme. Demnach liegt die Stromproduktion rein bilanziell heute schon bei 108% des eigenen Bedarfs. 

Und nach diesem „Jouh, wir schaffen das!“ ist es dann auch nur konsequent, daß der Gemeinderat sich einstimmig für die Teilnahme am Wettbewerb ausgesprochen hat und mit Unterstützung der Bioenergieregion Eifel und anderen Fachstellen die Bewerbungsunterlagen erstellt hat. In der Bewerbung wird die Vision der Energie+ Gemeinde Wiesbaum beschrieben. Ziel ist es den Bedarf an Energie durch Sanierungs- und Effizienzmaßnahmen zu reduzieren und gleichzeitig die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energie weiter auszubauen. In einem weiteren Punkt herrscht Einigkeit im Rat: „So etwas können wir natürlich nur erreichen, wenn unsere Einwohner mitmachen, deshalb ist die Einbindung der ganzen Bevölkerung in die weitere Entwicklung ein ganz wichtiger nächster Schritt.“ Das ausgelobte Preisgeld könnten die Wiesbaumer gut bei der weiteren Konzeptentwicklung gebrauchen. Langfristig will Wiesbaum deutlich mehr Energie produzieren, als es selbst verbraucht und mit dem Verkauf der überschüssigen Mengen die eigene Wirtschaftskraft stärken. Der Ortsgemeinderat ist fest davon überzeugt, daß dieses Konzept auch im Hinblick auf die zukünftige Attraktivität als Wohnort und Gewerbestandort von Bedeutung ist. Und so formuliert es Ortsbürgermeister Lothar Schütz: „Mit dem Energie+ Konzept können wir auch unseren demographischen Problemen entgegenwirken. Die Menschen und die Betriebe werden sich zukünftig dort ansiedeln, wo  genügend Energie aus eigenen Ressourcen zur Verfügung steht!“

Wiesbaum, den 29. Juli 2010
Johannes Pinn, Ortsgemeinderat Wiesbaum

VON: JOHANNES PINN

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