Europäische Biomassetage der Regionen 2011
Am 5. Oktober trafen sich etwa 100 Teilnehmer in Bernburg-Strenzfeld zur Auftaktveranstaltung der diesjährigen Biomassetage. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es künftig im Bereich der Bioenergie in Deutschland weitergehen wird. Organisiert wurde diese Veranstaltung durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU), die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau/Koordinierungsstelle Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) und die BioEnergieBeratung Sachsen-Anhalt.
Frau Staatssekretärin Keding richtete als Vertreterin des MLU einleitend ein Grußwort an die Teilnehmer, bevor Herr Dr. Dreher (BMU) auf die Rolle der Bioenergie beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland einging.
Das ab dem 1.1.2012 geltende EEG 2012 beinhaltet einige Änderungen, so u.a. bei der Wärmenutzung. Ausführungen dazu gab Herr Sierzputowski von der BioenergieBeratungBornim GmbH. Von Interesse war für die Teilnehmer natürlich auch die mit dem EEG 2012 zu erwartende Kostenentwicklung. Herr Dr. Wenzel vom Ingenieurbüro für erneuerbare Energien vertrat die Meinung, dass eine Abschätzung der in Zukunft zu erwartenden Kosten mit vielen Unsicherheiten verbunden ist, jedoch mit Zusatzkosten durch die Direktvermarktung zu rechnen ist.
Über das "Für und Wider" einer zentralen oder dezentralen Energieversorgung aus der Sicht eines EVU berichtete Herr Quent von der E.ON Avacon AG, wobei er klar herausstellte, dass eine steigende verbrauchernahe Energieerzeugung/Energieversorgung zu einem erhöhten Anspruch an das Netzlastmanagement führt und dazu wiederum ein Ausbau der Netze für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien notwendig ist.
Frau Viehmann vom DBFZ widmete sich in ihrem Vortrag der Abgrenzung von dezentraler und zentraler Bioenergieerzeugung. Dabei wurde deutlich, dass mit der Zunahme der Leistung einer Anlage die Wahrscheinlichkeit der Zentralität steigt. Beim Vergleich dezentraler/zentraler Anwendungen fester Bioenergieträger wurde deutlich, dass die fixen und variablen Kosten in €/(MWh*a) mit zunehmender Leistung der Anlage abnehmen.
Da sowohl die Energieerzeugung als auch der Energiebedarf in Deutschland Schwankungen unterworfen sind, wird zunehmend darüber nachgedacht, Energiespeichersysteme in das Versorgungsmanagement zu integrieren. Eine Form, die thermische Energiespeicherung, stellte Herr Dr. Hauer (ZAE Bayern) vor und betonte die generelle Bedeutung von Energiespeichersystemen insgesamt für die Integration der erneuerbaren Energien in die Strom- und Wärmeversorgung.
Eine Alternative zur EEG-Vergütung stellt nach Aussage von Herrn Fromm (GDGE) für Bioenergieerzeuger die genossenschaftliche Vermarktung von Grünstrom dar. Nach seinen Aussagen werden künftig die Regel- und Vermarktungsfähigkeit das betriebswirtschaftliche Ergebnis von Biogasanlagen entscheidend beeinflussen. Durch den Zusammenschluss vieler einzelner Anlagen in der Genossenschaft sieht er diese dann den Anforderungen gewachsen. Partner der GDGE ist die Energy2market GmbH, die die Direktvermarktung von EEG-Strom übernimmt. Herr Keil (Energy2market GmbH) erklärte, dass dazu die vielen Anlagen der Genossenschaftsmitglieder in einem virtuellen Kraftwerk gebündelt werden um eine handelbare Größe zu erreichen.
Dr. Kern (Arcanum Energy Management GmbH) stellte seine Erfahrungen mit einem Biomethan-Pool vor, der auf der Zusammenarbeit von Landwirten (Erzeuger von Rohbiogas) und Stadtwerken (Biogasaufbereitung und Einspeisung in das Erdgasnetz) basiert. Der Vorteil besteht darin, dass das Bioerdgas dann ortsungebunden von den Stadtwerken an ihre Kunden verkauft werden kann.
Zur Markt- und Flexibilitätsprämie, einer neuen Regelungen des EEG 2012 für die Vergütung von Strom aus Biomasse, und die Chancen für landwirtschaftliche Biogasanlagen sprach Herr Holzhammer (IWES) und stellte deren Bedeutung für eine Stromversorgung mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien heraus. Gleichzeitig betonte er, dass in diesem komplexen System aber noch weitere Erfahrungen gesammelt werden müssen.
Die Vorträge können wie gewohnt von der Internetseite der LLFG unter www.llfg.sachsen-anhalt.de heruntergeladen werden.








