Ein Wärmenetz für Tangeln
Der Ort Tangeln befindet sich im nordwestlichen Teil des Altmarkkreises Salzwedel im Bundeslandesand Sachsen-Anhalt. Tangeln gehört zur Gemeinde Beetzendorf und zur Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf und zählt etwa 110 Haushalte.

Das Landwirtschaftliche Unternehmen Tangeln eG betreibt hier seit Dezember 2007 eine Biogasanlage.
Es wird Rindergülle, Rindermist, Gras- und Maissilage mit Hilfe von Bakterien zu Methan vergoren. Dieses Gas verbrennt in einem Blockheizkraftwerk, wobei Strom und Wärme entstehen.
Der Strom kann in das örtliche Netz eingespeist werden. Die Wärme wurde jedoch nur teilweise genutzt.

Parallel dazu beklagten die Bürger und Hausbesitzer die ständig steigenden Energiekosten. Da die meisten Heizkessel mit fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Heizöl betrieben worden, bestand eine starke Abhängigkeit gegenüber dem Energieversorger. Die Abnehmer hatten keine Möglichkeit, die Preisgestaltung zu beeinflussen.


Das waren zwei gute Gründe, um über eine unabhängige Wärmeversorgung nachzudenken. Der Anstoß, die Wärme der Biogasanlage in den Haushalten zu nutzen, kam von den Tangelner Bürgern selbst. Bei einem Tag der offenen Tür im Sommer 2008 konnten sie sich über Funktion und Wirkungsweise der Biogasanlage informieren. Dabei stellten sie fest, wie professionell diese vom Landwirtschaftsbetrieb geführt wird. Die Bürger zeigten Vertrauen gegenüber Technik und Management.
Somit stand fest, in Tangeln wird ein Nahwärmenetz aufgebaut. Die überschüssige Wärme der Biogasanlage kann so direkt zu den einzelnen Haushalten geleitet werden.

Dazu wurden, ausgehend von den beiden Blockheizkraftwerken, Wärmeleitungen in der Erde verlegt. Außerdem wurde ein zentraler Kessel auf Biogas- oder Flüssiggasbasis installiert, um auch die Spitzen- und Notfallversorgung abzudecken.
Die LGSA übernahm die Projektleitung für die komplette Umsetzung des Projekts. Dies beinhaltete neben der Koordination des Projektes auch begleitende Beratung, Durchführung von Informationsveranstaltungen, Fördermittelbetreuung, Finanzierungsberatung, sowie Begleitung bei der Vertragsgestaltung mit den Wärmekunden.
Weiterhin wurden Planung, Ausschreibung der Gewerke, Auswertung der Angebote, Durchführung von Bietergesprächen und Bauüberwachung für den Tiefbaubereich von der LGSA durchgeführt. Der externe Heizungsplaner übernahm diese Aufgaben für den heizungstechnischen Bereich.








