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3. Witzenhäuser Biomasse-Forum
Bioenergie: Reststoffe ergänzen Energiepflanzenanbau

HNA, 25.11.2009
Witzenhausen. Von Klimaschutz hat, als vor einem Vierteljahrhundert die Biotonne von Witzenhausen aus ihren Siegeszug durch die umweltbewusste Abfallwirtschaft antrat, niemand geredet.
Jetzt wurde in Witzenhausen auf dem 3. Biomasse-Forum zwei Tage diskutiert, wie man aus dem Bioabfall erst noch die Energie herausholen und nutzen kann, bevor er dann - immer noch - als Kompost verwertet wird. 380 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik aus allen Teilen Deutschlands kamen auf Einladung der Witzenhausen-Institut GmbH und dem ebenfalls hier ansässigen Kompetenzzentrum Hessen-Rohstoffe (HeRo) am Dienstag und Mittwoch ins Bürgerhaus, um unter der Überschrift "Energetische und stoffliche Verwertung von Abfallbiomasse" zunächst einmal viel zu hören und dann auch zu diskutieren.
Alternative mit Zukunft
Dr.-Ingenieur Michael Kern, Geschäftsführer von Witzenhausen-Institut, sieht in der Energiegewinnung aus Abfall eine zukunftsträchtige Alternative zu der Biomasse, für die extra Pflanzen angebaut werden, insbesondere Mais. Dafür werden nämlich Flächen genutzt, die für den Anbau von anderen, für Mensch und Vieh zum Verzehr gedachten Pflanzen dann fehlen.
Am ersten Tag standen vorrangig Fragen der Vergärung von Bioabfällen im Vordergrund, wurde über Klima- und Immissionsschutz, Gärrestbehandlung sowie innovative Konzepte und Weiterentwicklungen der Anaerobtechnik vorgestellt und diskutiert. Tagsdarauf ging es hauptsächlich um die Aufbereitung und stofflich-energetische Verwertung von Grünabfällen und holzigen Biomassen.
Das war auch Anlass für Ersten Kreisbeigeordneten Henry Thiele, gestern Vormittag zuzuhören. Der auch für die Abfallentsorgung zuständige Kreisdezernent kennt den in Berlin und Hamburg bereits greifenden Trend, Energie aus dem Abfall zu saugen. Und spätestens bis 2015, wenn die Kompostierungsverträge auslaufen, muss sich auch der Werra-Meißner-Kreis überlegt haben, ob er den Biomüll zukünftig selbst verwerten will. Und mit den Bürgermeistern habe er schon die Überlegung angerissen, inwieweit im Landkreis eine Grüngutsammlung organisiert werden kann.
Das Witzenhausen-Institut erarbeitet laut Dr.-Ing. Kern derzeit auch schon eine Studie für den Kreis über die Nutzungsmöglichkeiten von organischen Reststoffen.
Thiele findet auch wichtig, dass eine solch bedeutsame Veranstaltung in Witzenhausen stattfindet, zumal die Väter der Biotonne und deren Firmen in der Stadt ansässig sind.
Das aber stellt Kern in Frage, da bei dem großen Besucherinteresse die Kapazitäten für Übernachtungen ausgeschöpft seien. Das vierte Biomasse-Forum ist für nächstes Jahr geplant. (sff)


