Forstbetrieb Holstein, Bebra-Weiterode

Frank Holstein, 43 Jahre alt, verheiratet und Vater eines 9-jährigen Sohnes und einer 4-jährigen Tochter, stand im Jahr 2004 als ausgebildeter Forstwirt vor der Entscheidung, im Rahmen der Umstrukturierungen bei Hessen-Forst seinen Job beim Forstamt Bad Hersfeld aufzugeben und stattdessen in die Selbstständigkeit zu wechseln, um zukünftig als freier Dienstleister für den Hessischen Staatsforst, aber auch für weitere Auftraggeber tätig zu werden. Er entschied sich nach reiflicher Überlegung für diesen Schritt zum Unternehmertum und hat ihn bis heute nicht bereut.

Wahrscheinlich hat er sich damals selbst nicht träumen lassen, welche dynamische Entwicklung sein junges Unternehmen seit dieser Zeit nehmen würde. Heute beschäftigt Herr Holstein bereits sieben feste Arbeitskräfte, hat seither für weit über eine Million Euro in Maschinen und Technik investiert und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Mio €.

Anfangs konzentrierte sich Herr Holstein auf die Erbringung von Dienstleistungen in Form von Holzeinschlag mit Harvester, Rücken von Holz, Freischneiden von Stromleitungen sowie Mulch- und Häckselarbeiten im Forst. Doch schon bald erkannte Herr Holstein, dass sich die Wertschöpfung in seinem Betrieb steigern lässt, wenn er nicht nur Dienstleistungen erbringt, sondern auch den Handel mit dem Brennstoff Holz selbst in die Hand nimmt. Die Ausweisung der Landkreise Hersfeld-Rotenburg sowie des Schwalm-Eder-Kreises zur BIOREGIO Holz Knüll war dabei sicherlich eine entscheidende Weichenstellung. Denn das hessische Umweltministerium förderte in dieser ersten Modellregion Hessens zielgerichtet die Umstellung von Heizanlagen in öffentlichen Liegenschaften wie Schulen, Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern auf den heimischen Brennstoff Holz. Dafür bietet der Knüll mit seinen ausgedehnten Waldflächen ideale Voraussetzungen. Mittlerweile sind dort ca. die Hälfte der öffentlichen Gebäude auf Holzpellets oder Holzhackschnitzelheizungen umgestellt.

Herr Holstein erkannte die Chance, an dieser neu geschaffenen regionalen Wertschöpfungskette teilzuhaben und investierte entschlossen in eine schlagkräftige Holzhackschnitzel-Erntekette. Mittlerweile beliefert er einen Großteil dieser Holzhackschnitzelanlagen auf Basis langfristiger Lieferverträge mit Rohstoffen aus heimischen Wäldern.

2009 neu gebauter Holzenergiehof in Alheim-Heinebach

Im Jahr 2009 folgte dann ein weiterer entscheidender Schritt in der Betriebsentwicklung. Für ca. eine halbe Mio € errichtete Herr Holstein im Sonderbaugebiet Erneuerbare Energien der Gemeinde Alheim einen neuen Holzenergiehof. Hier hat er nun auf einem entwicklungsfähigen Standort die Möglichkeit, ausreichend Holzvorräte zwischenzulagern und bedarfsgerecht aufzubereiten. Die 20 x 60 m große offene Lagerhalle bietet Platz für ca. 6.000 Schüttraummeter (Sm³) Holzhackschnitzel. Bei einem Jahresumsatz von ca. 25.000 Sm³ erfolgt dort ein 4-5 facher Materialumschlag im Jahr. Die Dachfläche selbst wurde mit einer 100 kWp Photovoltaikanlage ausgestattet. Auf dem Betriebshof können weitere 6.000 Festmeter (Fm) Energieholz zwischengelagert (1,0 Fm Energieholz ergibt ca. 2,5 Sm³ Holzhackschnitzel) und nach Bedarf zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet werden. Wirtschaftliche Sorgen bereiten Herrn Holstein derzeit die Entwicklung seiner Holzeinkaufspreise. Während er auf der einen Seite langfristige Lieferverträge mit nur moderaten Preisanpassungsklauseln erfüllen muss, sind seine Energieholzeinkaufspreise in den letzten Monaten rapide gestiegen. Derzeit bleibt ihm nur eine „Veredlungsmarge“ von ca. 3 € am Sm³ Holzhackschnitzel. Das sei auf Dauer viel zu wenig. Nur durch die Beimischung von kostengünstigen Holzhackschnitzeln aus der Landschaftspflege sowie aus Durchforstungsmaßnahmen könne er überhaupt ein knapp kostendeckendes Mischprodukt produzieren.

In der Lagerhalle integriert sind zwei Trocknungskammern mit überfahrbaren Unterflur-Belüftungskanälen. Hier kann Herr Holstein die Hackschnitzel bei Bedarf auf jeden Restfeuchtegehalt herunter trocknen, sie anschießend mit einem Trommelsieb von Asche- und Rindenanteilen trennen, um sie letztlich als hochwertige Premium-Hackschnitzel auch an kleinere Biomasse-Feuerungsanlagen zu verkaufen. Allein in der BIOREGIO Holz Knüll sind nahezu 40 Projekte mit solchen kleineren Biomasseheizanlagen realisiert. Herr Holstein verspricht sich dadurch die Erschließung eines weiteren interessanten Marktsegmentes. Als Wärmequelle für die Holzhackschnitzeltrocknung steht sowohl eine benachbarte Biogasanlage als auch eine eigene Hackschnitzelfeuerungsanlage zur Verfügung.

Der Forstbetrieb Holstein ist ein dynamisch wachsendes Unternehmen auf dem innovativen Markt der regenerativen Energien. Er hat in den vergangenen 6 Jahren erhebliche Wertschöpfungsanteile in der Region erschlossen und dabei unter anderem auch schon 7 neue Arbeitsplätze allein in seinem Unternehmen geschaffen.

Für weitergehende Informationen und auch für Betriebsbesichtigungen interessierter Besuchergruppen steht Herr Holstein nach vorheriger Terminvereinbarung gern zur Verfügung.

Kontakt:

Frank Holstein

Tel: 06622 43881     Mobil: 0171 8387707
E-Mail: frank.holstein.weiterode(bei)t-online.de
Internet: www.energieholz-holstein.de

 

 

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