Bioenergie Lempetal, Hofgeismar

- Filmbeitrag „Milch, Wärme, Strom – Bioenergie Lempetal“ (Ausschnitt aus der DVD „Das geht! Bioenergie aus Hessen“ – Best-Practice Beispiele)
Der Landkreis Kassel war der Motor der Biogasentwicklung in Hessen. Früh erkannte der dortige Maschinenring mit seinem rührigen Geschäftsführer Reinhard Knipker an der Spitze die Chancen, die sich mit der Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahr 2004 gerade für größere flächen- und viehstarke landwirtschaftliche Betriebe ergaben.
Zielstrebig forcierten sie die gemeinsame Planung und die koordinierte Errichtung weitgehend baugleicher Biogasanlagen in ihrem Tätgikeitsgebiet. Sie gründeten einen Arbeitskreis hessischer Biogasanlagenbetreiber, über den ein effektiver Erfahrungsaustausch zwischen den Anlagenbetreibern erfolgt, produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Auswertungen erstellt und so die Anlagen weiter optimiert werden.
Helmut Grandjot und Erhard Hofmeyer waren im Hofgeismarer Raum von Anfang an überzeugt von diesem neuen Betriebszweig in der Landwirtschaft und gingen bereits im Dez. 2004 bzw. Mai 2005 mit eigenen 190 KWel-BioÂgasÂanlagen ans Netz. Beide Anlagen wurden in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Sie erkannten, wie wichtig für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, aber auch für die gesellschaftliche Akzeptanz ein optimiertes Wärmenutzungskonzept der Biogasanlage ist.
Und so reifte die Idee, gemeinsam mit dem Maschinenring Kassel und einem dritten Landwirt in der Region, dem Milchviehhalter Elmar Möcklinghoff, eine weitere Biogasanlage auf dessen Betriebsstandort in der Papiermühle unmittelbar vor den Toren der Stadt Hofgeismar zu errichten, bei der ein hervorragendes Wärmenutzungskonzept realisierbar schien.

Die 360 KWel Anlage ging im Herbst 2009 in Betrieb und wird in erster Linie von Elmar Moecklinghoff jun. betreut, der gelernter Maschinenschlosser ist und derzeit parallel ein Studium in Maschinenbau absolviert. Sein jüngerer Bruder Martin betreut gemeinsam mit seinem Vater vorwiegend die Milchviehherde und den landwirtschaftlichen Betrieb und bereitet sich außerdem auf die Landwirtschaftsmeisterprüfung vor. Die Anteilseigner an der Biogasanlage Lempetal stimmen sich beim Einsatz ihrer Wirtschaftsdünger sowie bei Anbau und Zukauf der benötigten nachwachsenden Rohstoffe ab und reduzieren so den notwendigen Transportaufwand auf das Notwendigste.

Luftlinie nur ca. 1000 m vom landwirtschaftlichen Betrieb entfernt liegt das Areal der Evangelischen Altenhilfe im Hofgeismarer Stadtteil Gesundbrunnen. Hier leben in insgesamt 6 Wohnanlagen mit angegliederten Versorgungseinrichtungen (Speise- und Festsaal, Wäscherei, therapeutisches Bewegungsbad usw.) insg. 400 ältere Mitbürger. Die gesamte Anlage wird über ein zentrales Nahwärmenetz mit einer max. notwendigen Heizleistung von 2 Megawatt beheizt. Genau in dieses Nahwärmenetz speist nun die Biogasanlage Lempetal ihre überschüssige Wärme ein. Und die Landwirte haben ihr Wärmenutzungskonzept obendrein optimiert, indem sie auch die überschüssige Wärme der nicht weit entfernt liegenden Biogasanlage Hofmeyer mit in dieses Nahwärmesystem integriert haben. So kann über das gesamte Jahr hinweg der Grundlast-Wärmebedarf der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen vollständig aus Bioenergie abgedeckt und die Abwärme der beiden Biogasanlagen wird zu über 90% sinnvoll extern genutzt.
Kontakt:
Elmar Möcklinghoff
Tel: 05671 2757
Mobil: 0172 3728109
email: e.moecklinghoff(bei)gmx.de








