Malve

Malve (Malva sylvestris)

Malven gehören zu Familie der Malvengewächse. Es sind ein- bis mehrjährige, krautige Pflanzen. Die Blüten können einzeln oder in Büscheln in den Blattachseln stehen. Die Wilde Malve wird als Gemüse- und Heilpflanze verwendet. Es gibt eine Vielzahl weiterer Malvenarten, die z. B. als Zierpflanzen in Gärten zu finden sind oder wild wachsende Arten an Zäunen und in Äckern.

Bei Wildpflanzen handelt es sich im Gegensatz zu Kulturpflanzen um spontan angesiedelte Pflanzen, die ohne menschliches Zutun wachsen. Anders als bei Kulturpflanzen hat keine Zucht, also eine gezielte Auslese durch den Menschen, stattgefunden. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Mensch Wildpflanzen nicht nutzt. So findet man beispielsweise in artenreichem Grünland eine Vielzahl von Wildpflanzen. Auch die direkte Nutzung von Wildpflanzen zur Ernährung oder als Heilkräuter ist weit verbreitet. Zu den bekanntesten zählen unter anderem Bärlauch, Blutwurz, Brennnessel, Gänseblümchen, Echtes Johanniskraut, Kamille, Löwenzahn, Sauerampfer, Schafgarbe, Wacholder und Waldmeister. Meist werden diese Pflanzen für Salate, Tee oder als Gewürze verwendet.

Um die Vielfalt in der Kulturlandschaft zu erhöhen versucht man derzeit Mischungen dieser Wildpflanzen (Bild rechts: LWG, Kuhn) für die Erzeugung von Rohstoffpflanzen zur Energiegewinnung zu nutzen. Erste Projekte zur gezielten Ansaat von Wildkräutern fanden schon im Zuge von Flächenstilllegungen statt. Ziel war es, den Wildtieren Nahrung und Deckung und den Insekten Nektar- und Pollenpflanzen zu bieten. Dabei wurden ganz spezielle Saatmischungen entwickelt wie etwa die „Bienenweide“ oder auch der „Sommerzauber“, der sich besonders durch seine schön blühende Pflanzenzusammensetzung auszeichnet.

Ob sich Wildpflanzen auch als Energielieferant eignen, wird von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) mit weiteren Partnern untersucht. Dabei werden auf Ackerflächen wildartenreiche Saatenmischungen ausgesät, die möglichst einen wiederkehrenden hohen Biomassezuwachs aufweisen. Insgesamt 80 Arten wurden so schon getestet. Viele der verwendeten Arten wie z. B. die Wilde Malve sind schon seit der Antike im Anbau. Als mehrjährige Arten kommen überwiegend heimische Wildarten zum Einsatz. Dabei werden, je nach Standort, teilweise bereits regionale Herkünfte verwendet. Neben dem Biomassezuwachs muss das Saatgut noch weitere Anforderungen erfüllen: Die Entwicklungszeit bis zur Erntereife muss ähnlich sein und der Anteil an bereits verholzten Pflanzenbestandteilen muss möglichst gering sein, da diese bei der Vergärung in einer Biogasanlage nicht abgebaut werden können.

Die Wildpflanzenmischung zur Biogasgewinnung, die sich bisher als am vorteilhaftesten herausgestellt hat, besteht aus Wildpflanzen- und Kulturarten, die etwa 2 m hohe, dichte und blütenreiche Bestände bilden. Erscheinungsbild und Blütenaspekt der mehrjährigen Bestände verändern sich in den ersten drei Standjahren deutlich, weil an die Stelle der zunächst dominierenden ein- und zweijährigen Arten (z. B. Malven und Sonnenblumen) zunehmend heimische Staudenarten wie Rainfarn und Wegwarte treten. Die Ernte erfolgt einmal jährlich ab Mitte Juli, wobei der optimale Erntetermin je nach Standjahr variiert. Durch die in der Mehrjährigkeit der Bestände begründete ganzjährige Bodendeckung, die intensive Durchwurzelung des Bodens und die geringe Eingriffshäufigkeit wird die Erosionsgefahr vermindert und wertvoller Lebensraum für verschiedene Wildtiere wie Fledermäuse, Vögel, Hasen und Rehe geschaffen. Die vielfältigen Blütenpflanzen bieten Bienen und anderen Blütenbesuchern gerade in der blütenarmen Zeit im Spätsommer zusätzliche Nahrungsquellen.

Der Anbau erfolgt auf ein feinkrümeliges, unkrautfreies, abgesetztes Saatbett. Bei der Mischung kann die Aussaat, je nach Region, ab Mitte April in Breitsaat erfolgen. Hierbei darf das Saatgut nur oberflächlich abgelegt werden. Ein anschließendes Anwalzen ist notwendig. Pro ha werden 10 kg Saatgut ausgebracht. Geerntet wird im 1. Standjahr bei ca. 28 % TS, meist im August, ab dem zweiten Standjahr nach der Hauptblüte des Bestandes ab Mitte Juli mit praxisüblichen Maschinen, z. B. einem reihenunabhängigen Häcksler. Verspätete Erntetermine führen zu einem Rückgang der Methanausbeute. Auf Pflanzenschutz kann verzichtet werden und der Düngerbedarf liegt weit unter dem vergleichbarer Kulturen (derzeitige Empfehlung: 1. Standjahr: Stickstoffdüngung auf 100 kg/N, ab dem 2. Standjahr auf 150 kg/N pro Hektar aufdüngen, für P, K, Mg und Ca ist die mittlere Versorgungsstufe C anzustreben).

Verwendung finden Wildpflanzenmischungen als ergänzendes Substrat für Biogasanlagen. Sie werden auf Teilflächen oder als Randstreifen angebaut. Vor allem in großen Ackerschlägen oder bei starker regionaler Dominanz einzelner Kulturen tragen die Wildpflanzen zur Bereicherung des Landschaftsbildes bei. Außerdem erhöhen sie die Vielfalt in der Agrarlandschaft und bieten Lebensraum und Nahrung für wildlebende Tiere. Besonders auf erosionsgefährdeten Flächen bietet dieses Anbausystem durch die ganzjährige Bodenbedeckung Vorteile. Durch die geringe Eingriffshäufigkeit und die mehrjährige Nutzung eignen sich Wildpflanzenmischungen auch für Grenzertragslagen.

Weiterführende Links:

Malven (Malva)
http://www.pflanzen-arten.de/pflanzen/102-malvengewaechse/203-malven.html

„Wild“ statt „mono“ – neue Wege für die Biogaserzeugung
http://www.lwg.bayern.de/landespflege/landschaftspflege/39010/

Energie aus Wildpflanzen
http://www.lebensraum-brache.de/Projekte/Biogas/index.php

C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Link zu den Förderschwerpunkten.
Kampagne 'Deutschland hat unendlich viel Energie'
Wettbewerb Bioenergiedörfer
Energie für Deutschland
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