Weizen

Weizen (Triticum aestivum)

Weizen zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde. Eine verwandte Frühform, Einkorn, wurde schon vor mehr als 8.000 Jahren vor Christus im Bereich des Orients kultiviert. Heute stellt Weizen nach Mais und Reis das am weitesten verbreitete Getreide der Welt dar. Durch Erfolge bei der Züchtung und Einsatz von Mineraldüngern nahm die Ertragsleistung pro Hektar kontinuierlich zu.

In Deutschland wird vor allem Winterweizen angebaut. Diese Weizensorten werden im Herbst ausgesät. Da Weizen bei sehr niedrigen Temperaturen noch keimfähig ist, kann der Anbau bis in den Dezember erfolgen. Die Entwicklung im Herbst geht nur bis zur Bestockung, d. h. die aufgelaufenen Pflanzen bilden noch einige Nebensprossen aus und überwintern. Der Frost im Winter ist nötig, damit der Weizen im Sommer blüht und Körner bildet. Im Frühjahr erfolgt dann die eigentliche Entwicklung. Die Ernte findet im Hochsommer statt. Da Weizen hohe Ansprüche an den Boden und das Klima stellt, wird auch eine Kreuzung aus Weizen (Triticum aestivum) und Roggen (Secale cereale), die sogenannte Triticale, als Tierfutter und Biogassubstrat angebaut. Bei einer ausreichenden Stickstoffdüngung erbringt Weizen im Durchschnitt einen Kornertrag von 8 t/ha. Wird die ganze Pflanze frisch geerntet, liegt der Ertrag im Mittel bei 40 t/ha.

Deutschland zählt, neben China, Indien, Russland, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Kanada, weltweit zu den größten Weizenproduzenten. Im Jahr 2009 produzierte Deutschland 25,2 Mio. t Weizen. Weltweit wurden im selben Jahr 685,6 Mio. t erzeugt (Daten FAO). Mit einer Anbaufläche von 3,2 Mio. ha in Deutschland ist Weizen die am weitesten verbreitete Ackerfrucht.

Weizen wird in Deutschland als Energiepflanze vor allem zur Produktion von Bio-Ethanol und Biogas verwendet. Als Substrat für Biogas wird in der Regel die Ganzpflanze geerntet. Aus einer Tonne dieses Substrats können ca. 80 m³ Methan (entspricht 32.000 kWh/ha) erzeugt werden. Auch aus Getreidekorn kann Biogas erzeugt werden, allerdings darf der Anteil am Substratmix nicht zu groß werden, da sonst Störungen bei den biologischen Umwandlungsprozessen im Gärbehälter der Biogasanlage auftreten.

Zur Produktion von Bio-Ethanol werden Stoffe mit hohen Gehalten an Zucker oder Stärke eingesetzt. Mit einem Stärkegehalt von über 50 % ist Weizenkorn dafür gut geeignet. Aus 2,7 t Weizen kann 1 m³ Bio-Ethanol hergestellt werden. Bei der alkoholischen Gärung entsteht Schlempe, die als Tierfutter oder als Einsatzstoff für Biogasanlagen weiter verwertet werden kann. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit des Weizenkorns – besonders für mindere Qualität – stellt die Verbrennung in Heizwerken dar.

Die Qualität und damit auch die Eigenschaften des Weizens unterscheiden sich je nach Sorte deutlich. Eine Einordnung erfolgt in vier sogenannte Backqualitätsgruppen:

E-Gruppe

Eliteweizen – mit hervorragenden Backeigenschaften und höchster Volumenausbeute; wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizen verwendet oder exportiert.

A-Gruppe

Qualitätsweizen mit hoher Eiweißqualität, aber geringeren Anforderungen an die Volumenausbeute; kann Defizite anderer Sorten ausgleichen.

B-Gruppe

Brotweizen – alle Sorten, die für die Gebäckherstellung gut geeignet sind; die Volumenausbeute darf diejenige der Qualitätsweizen unterschreiten.

C-Gruppe

Sonstiger Weizen, auch Keksweizen genannt; wird für Gebäck und Futterzwecke verwendet.

 

Weiterführende Links:

Landwirtsrohstoffe
http://www.umweltlexikon-aktuell.de/RUBlandwirtsrohstoffe/Weizen.php

Pflanzenbauliche Basisinformationen
http://www.proplanta.de/web/themen.php?Fu1=1141626220&Fu1Ba=1140269026

Weizen (Wikiopedia)
http://de.wikipedia.org/wiki/Weizen

Europäisches Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben – eine ökologische und ökonomische Analyse
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=Weizen%2BEthanol&source=web&cd=4&ved=0CFYQFjAD&url=http%3A%2F%2Fwww.bdbe.de%2Fdownloads%2FPDF%2Ffachinformationen%2FArtikel_Kunz_Klenk.pdf&ei=RPOnTs-IH46WOt7A7Qc&usg=AFQjCNEep8wA9iwfLaVQpkpYtA8BGKyWTw

 

 

C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Link zu den Förderschwerpunkten.
Kampagne 'Deutschland hat unendlich viel Energie'
Wettbewerb Bioenergiedörfer
Energie für Deutschland
© www.nachwachsende-rohstoffe.de