Sorghum-Hirse

Sorghum-Hirse (Sorghum)
Hirse ist eine Sammelbezeichnung für groß- und kleinkörnige Getreidearten. Zu den großkörnigen Arten gehört Sorghum-Hirse, auch Mohrenhirse genannt, aus der Familie der Süßgräser. Zu den kleinkörnigen Hirsen zählen die Millethirsen wie die Kolbenhirse (Bild), die vorwiegend als Vogelfutter dient. Sorghum-Hirse stammt aus Afrika und wird vor allem als Nahrungs- und Futtermittel in den USA, Indien, Mexiko und Westafrika angebaut. In der Weltgetreideproduktion steht Sorghum-Hirse an fünfter Stelle nach Weizen, Mais, Reis und Gerste.
Sorghum-Hirse ähnelt im Pflanzenaufbau dem Mais. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 5 m und ist eine einjährige C4-Pflanze, verfügt also wie Mais und Chinaschilf über eine hohe Photosyntheseleistung. Ihre Früchte sind unbespelzte runde Körner, die 4 bis 5 mm dick sind.
Sorghumkörner sind in weiten Teilen der Erde Grundnahrungsmittel. Außerdem sind sie auch ein wertvolles Futtermittel, das einen mit Mais vergleichbaren Futterwert aufweist. Etwa 12 % des gesamten Aufkommens an Sorghumkörnern fließen gegenwärtig in die Produktion von Bio-Ethanol. Der Fokus des Sorghumanbaus in Deutschland liegt allerdings auf seinem Einsatz als Substrat für Biogasanlagen, um hier den Mais sinnvoll zu ergänzen.
Ihrem Ursprung nach ist Sorghum-Hirse eine sehr wärmeliebende, trockenresistente und frostempfindliche Kulturart. Sie wird in Regionen, wo die Ertragssicherheit von Mais durch Trockenheit oder Krankheiten beeinträchtig ist, als Anbaualternative gesehen. Im Vergleich zu Mais reagiert Sorghum-Hirse viel später auf Trockenstress. Die Pflanzen zeigen zwar Welke und Trockenstarre, so dass sie einen Wachstumsstopp einlegen, sie können jedoch weiterwachsen. Durch ihre dichten und tiefreichenden Wurzeln erreichen sie Wasser und Nährstoffe in bis zu 200 cm Bodentiefe. Außerdem stellen sie keine besonderen Ansprüche an den Boden, vertragen aber keine kalten und staunassen Standorte.
Für eine ausreichende Stickstoffversorgung werden 120 bis 150 kg/ha benötigt. Außerdem ist mit Nährstoffentzügen von 6 kg P2O5 und 19 kg K2O pro Tonne Trockensubstanz (TS) zu rechnen.
Die bekanntesten und wirtschaftlich bedeutendsten Sorghumarten für die Biogasproduktion in Deutschland sind Sorghum bicolor, S. bicolor x S. sudanense und S. sudanense. Diese Sorghumarten unterscheiden sich voneinander im Erscheinungsbild und durch die Bestockungsstärke. Sie alle können als Biomasse-Sorghum bzw. Energie-Sorghum, Futter-Sorghum oder Körner-Sorghum verwendet werden. Eine Sonderform des Futtertyps von S. bicolor umfasst Sorten mit hohen Zuckergehalten in den Halmen. Am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing wird unter anderem an einem Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung des Zuckerpresssaftes zu Bio-Ethanol gearbeitet.
Die speziell gezüchteten Biomasse-Typen, die für die Biogasproduktion besonders geeignet sind, können Wuchshöhen von bis zu 5 m erreichen. Sie liefern als Zweitfrucht einen Energieertrag von gut 33.000 kWh/ha und als Hauptfrucht bis zu 41.000 kWh/ha. Nach Angaben der KWS SAAT AG zielt man in der Züchtung vor allem ab auf hohe Biomasseerträge, Erhöhung der Kältetoleranz, schnelle Jugendentwicklung, schnelle und homogene Keimungsrate, hohen Gehalt an vergärbarer Substanz, Frühreife, Standfestigkeit und Krankheitstoleranz.
Sorghum-Hirse braucht wie Mais ein gut vorbereitetes Saatbett. Die Aussaat kann mit einer herkömmlichen Aussaattechnik aus dem Maisanbau erfolgen. Für die Aussaat ist die Bodentemperatur entscheidend, die mindestens 12 °C in 10 cm Bodentiefe betragen soll. Ein ausreichend erwärmter Boden ist sehr wichtig für einen gleichmäßigen und raschen Auflauf. Unter deutschen Anbaubedingungen kann die Aussaat ab Mitte Mai erfolgen. Sorghum-Hirse kann aber auch als Zweitfrucht nach der Ernte von Getreide, d. h. bis spätestens Mitte Juni an ausreichend warmen Standorten angebaut werden.
Die Ernte erfolgt am besten nach dem Erreichen der Teigreife bei einem Trockensubstanzgehalt (TS) von 28 bis 30 %. Dazu wird ein Feldhäcksler verwendet (Bild in der Mitte: TFZ, Straubing).
Von der Länge der Vegetationszeit (Wärmesumme), ist der TS-Gehalt abhängig. Analog zum Mais sind spätreife Sorten deshalb oft massiger. Jedoch sollte der TS-Gehalt nicht über 35 % liegen, weil sich so trockenes Material im Silo nicht gut verdichten lässt.
Weiterführende Links:
Sorghum – der universelle Rohstofflieferant
http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/16022/
Zuckerhirse: Anbau und Verwertung
www.smul.sachsen.de/lfl/publikationen/download/2866_2.pdf
Anbautechnik Sorghumhirsen – ein Beitrag zur Diversifizierung des Energiepflanzenspektrums
http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/16022/
Sorghum bicolor (Sorghum, Gewöhnliche Mohrenhirse)
www.wzw.tum.de/gruenland/...forages.../Sorghum%20bicolor.pdf
Sorghumhirsen
http://de.wikipedia.org/wiki/Sorghumhirsen








