Raps (Brassica napus)

Raps ist eine zur Familie der Kreuzblütengewächse gehörende landwirtschaftliche Kulturpflanze, die aus einer Kreuzung zwischen Kohl (Brassica oleracea) und Rübsen (Brassica rapa) entstanden ist und ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum hat, wo das aus dem Rapssamen gewonnene Öl als Lampenöl eingesetzt wurde.

Im Mai und Juni erstrahlen die gelben Blütenteppiche der Rapsfelder. Gut vier Wochen erfreuen sich die Menschen daran, ebenso wie die fleißigen Bienen, die nun den beliebten mild-aromatischen Rapshonig produzieren. Von einem Hektar Raps können sich bis zu vier Bienenvölker ernähren.

In Deutschland wird vorwiegend Winterraps angebaut, der für seine Entwicklung elf Monate benötigt. Ende August werden die Saatkörner 2 bis 3 cm tief in den feinkrümeligen Boden gesät. 3 bis 4 kg/ha Saatgut werden benötigt, aus denen gut 500.000 Pflanzen wachsen. Die bis zum Winter zu einer flachen Blattrosette entwickelten Rapspflanzen schützen den Boden gegen Erosion und Nährstoffauswaschungen.

Für den Raps ist der Winter wichtig, da er eine längere Kälteperiode benötigt, um in die blütenbildende Phase zu gelangen. Ende April blühen die ersten Felder, bis zu 60 Blüten kann dabei eine Rapspflanze tragen. Aus den Blüten entwickeln sich die gut 10 cm langen Schoten, die etwa 15 Samen enthalten können. Geerntet wird mit einem Mähdrescher. Pro Hektar werden 35 bis 45 dt (1 Dezitonne = 100 kg) geerntet, die gut 1.000 l Rapsöl und 2.300 kg hochwertiges Eiweißfutter liefern. Die Reste der Rapspflanzen verbleiben auf dem Feld und dienen der Folgefrucht als Nährstofflieferant. Zur Absicherung einer optimalen Herbstentwicklung sollte der Raps frühzeitig, mit bis zu 50 kg N/ha gedüngt werden. Insgesamt benötigt Raps 200 kg N/ha. Zusätzlich entzieht ein durchschnittlicher Bestand dem Boden etwa 100 kg/ha P2O5, 200 kg/ha K2O sowie 50 kg/ha MgO.

In der Fruchtfolge, also den wechselnden Fruchtarten über mehrere Jahre hinweg auf dem gleichen Acker, ist der Raps ein wichtiger Bestandteil. Im Wechsel mit Getreide zeigt sich sein Nährstoffbindungsvermögen und sein positiver Einfluss auf die Bodengare, die den Idealzustand eines fruchtbaren landwirtschaftlichen Bodens bezeichnet. Bis zu 10 % höher kann der Weizenertrag ausfallen, wenn zuvor Raps angebaut wurde. Raps ist nicht selbstverträglich, es sollte eine Anbaupause von mindestens drei Jahren eingehalten werden. Wegen ähnlicher Schadanfälligkeit ist auch eine weite Stellung zu Kohl und Rüben in der Fruchtfolge wichtig.

Ein hoher Gehalt an Ölsäure, etwas Linolsäure und wenig gesättigte Fettsäuren sind neben einem hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure, einer Herz- und Kreislauf-begünstigenden Omega-3-Fettsäure mit blutdrucksenkender und entzündungshemmender Wirkung, die Eigenschaften, die Rapsöl zu einem hervorragenden Speiseöl machen.

Als Biodiesel wird Rapsöl heute überwiegend dem konventionellen Diesel mit bis zu 7 Vol.-% beigemischt. Bis vor wenigen Jahren dominierte noch der Reinkraftstoffmarkt, da durch die Aussetzung der Mineralölsteuer bei Biokraftstoffen der Biodiesel an der Tankstelle deutlich günstiger angeboten werden konnte als Diesel. Auch die Fahrzeughersteller gaben viele ihrer Modelle für eine Betankung mit reinem Biodiesel frei. Biodiesel, der auch als Rapsöl-Methyl-Ester (RME) bezeichnet wird, stellt an den Motor geringe Anforderungen. Allenfalls müssen Kraftstoffleitungen und Metall-Legierungen ausgetauscht werden, da Biodiesel ein stärkeres Lösemittelverhalten zeigt als fossiler Diesel. Wird reines Rapsöl als Kraftstoff eingesetzt, muss der Motor angepasst werden. Da Rapsöl insbesondere bei niedrigen Temperaturen sehr zähflüssig ist, sind breitere Kraftstoffleitungen, eine Motorvorwärmung oder die zusätzliche Installation eines weiteren Tanks für konventionellen Diesel erforderlich, um das Kaltstartverhalten des Fahrzeugs im Winter zu sichern.

Zur Herstellung von Biodiesel wird Rapsöl unter Zugabe von Methanol und mit Hilfe eines Katalysators zu Biodiesel und Glycerin umgewandelt. Alle Nebenprodukte werden verwertet. Rapskuchen, der bei der Pressung anfällt, wird als Futtermittel benutzt. Das bei der Umesterung entstehende Glyzerin kann für kosmetische und pharmazeutische Produkte weiterverwertet werden. Außerdem ist Rapsöl ein wichtiger Rohstoff für Farben, Waschmittel-Tenside, Kosmetikprodukte und Schmierstoffe für land- und forstwirtschaftliche Maschinen. Ein interessantes Nischenprodukt ist auch RapsAsphalt, eine Oberflächenbeschichtung, die in Deutschland alljährlich auf 300 km Straßen aufgebracht wird. Sie wird anstelle von erdölbasiertem Bitumen verwendet und enthält pro m² Straße Rapsöl von einem m² Rapsfeld.

Weiterführende Links:

Anbauempfehlungen für Winterraps
http://www.lfl.bayern.de/publikationen/daten/informationen/p_37308.pdf

Status quo der dezentralen Ölgewinnung bundesweite Befragung
http://www.tfz.bayern.de/sonstiges/15951/26_dezentrale_oelgewinnung_gesch.pdf

Rapsölkraftstoff – auf einen Blick
http://www.tfz.bayern.de/sonstiges/16411/100315_raps_lkraftstoff_tfz.pdf

Heimische Pflanzen für den Straßenbau
http://www.nawaro-kommunal.de/strassenunterhaltung/rapsasphalt/

Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.
http://www.ufop.de/

 

C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Link zu den Förderschwerpunkten.
Kampagne 'Deutschland hat unendlich viel Energie'
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