Quinoa

Quinoa (Chenopodium quinoa)

Quinoa stammt aus Südamerika, wo die Pflanze besonders in den Hochebenen der Anden angebaut wird. Sie gedeiht in Höhen zwischen 3.500 und 4.300 Metern, verträgt Frost und Dürre und stellt geringe Ansprüche an die Bodenqualität. Der Weizenanbau ist beispielsweise ab einer Höhe von 3.500 Metern nicht mehr möglich. Hauptanbauländer sind Peru, Bolivien und Ecuador.

Bei uns ist Quinoa auch bekannt als Reismelde, Inkareis, Andenhirse oder Perureis (Bild: TFZ, Straubing).

Die Pflanze produziert stärkehaltige Körner, zählt jedoch nicht zu den Getreidearten, sondern ist botanisch gesehen eine so genannte Pseudocerealie und gehört – wie die Zuckerrübe – zur Familie der Fuchsschwanzgewächse.

Die in der Samenschale der Früchte enthaltenen Saponine schmecken bitter, durch gründliches Waschen – bis es nicht mehr schäumt – kann man diese jedoch gut entfernen. Man kann aus den Samen einen Brei kochen, der gerade für Menschen, die unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden, einen vollwertigen Getreideersatz bilden kann, da hier die Unverträglichkeit auslösenden Klebereiweiße fehlen. Quinoa wird auch geröstet, gemahlen, zu Pfannkuchen oder Nudeln verarbeitet. Die Blätter können als Gemüse gegessen oder als Grünfutter für Tiere genutzt werden. Der Trockensubstanzgehalt von Quinoa als Biogassubstrat beträgt 25 bis 30 % und ist ideal für verlustfreie Silierung.

 

Durchschnittliche Zusammensetzung je 100 g essbarer Anteil (ohne Saponine):

Bestandteile

 

Energie

1414 kJ (343 kcal)

Wasser

12,7 g

Eiweiß

13,8 g

Fett

5,0 g

Kohlenhydrate

58,5 g

davon Ballaststoffe

6,6 g

Vitamine

 

Vitamin B1

170 μg

Nicotinamid

450 μg

Mineralstoffe

 

Kalium

850 mg

Phosphor          

330 mg

Magnesium

275 mg

Kalzium

80 mg

Natrium

10 mg

Eisen

8 mg

Zink

2,5 mg

Der Proteinanteil von Quinoa ist sehr hoch. Zusammen mit einigen Mineralien wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Eisen übertrifft die Pflanze damit die Gehalte anderer gängiger Getreidearten. Hinzu kommt die Aminosäure Lysin als essentieller Bestandteil. Dagegen enthält Quinoa in den Samen kein Vitamin A oder C und nur wenig Fett, die Fettsäuren sind zu über 50 % ungesättigt.

Quinoa ist eine schnellwachsende Pflanze mit einem kurzen Entwicklungszyklus, sie kann schon nach etwa hundert Tagen als Ganzpflanze geerntet und siliert werden. Es handelt sich um ein einjähriges Kraut, das 50 bis 150 cm hoch wird. Die Blüten sind sehr klein und sitzen endständig in bis zu 40 cm langen, rispenartigen Blütenständen. Daraus entstehen kleine, einsamige, 1 bis 2 mm große Nussfrüchte. Zur Abreife im Herbst verfärbt sich die ganze Pflanze leuchtend rot.

Quinoa wird aktuell in Deutschland noch nicht in größerem Umfang angebaut, könnte aber in Zukunft nach der Getreideernte im Juni als Zweitfrucht ausgesät werden und so die Vegetationslücke zur Folgefrucht schließen. Die geschätzten Energieerträge belaufen sich dabei auf etwa 15.000 kWh/ha. Vor allem in Gebieten mit großer Trockenheit könnte Quinoa künftig eine Alternative sein.

Das nebenstehende Saatgutmodell des Technologie- und Förderzentrums stellt den Trockenmasseertrag (TM) pro ha für sechs verschiedene Energiepflanzen dar. Von links nach rechts beginnen die „Orgelpfeifen“ mit dem Wickroggen, aus dem 12 t/ha TM gewonnen werden können. Es folgt der Spitzenreiter Mais mit 19 t/ha, Quinoa mit einem Ertrag von 6 t/ha, die Sonnenblume mit 12 t/ha, Futterhirse mit 16 t/ha und Buchweizen mit 6 t/ha TM. Das Modell wurde vom TFZ entwickelt und wird für die Beratung auf Messen eingesetzt. 

Weiterführende Links:

Quinoa, Reismelde
http://www.biologie.uni-hamburg.de/bzf/museum/nutzpfl_a_z/quinoa.htm

Eignung von Buchweizen und Quinoa als späte Zweitfrüchte für die Biogasnutzung
http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/16022/

Quinoa (Wikipedia)
de.wikipedia.org/wiki/Quinoa

 

C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Link zu den Förderschwerpunkten.
Kampagne 'Deutschland hat unendlich viel Energie'
Wettbewerb Bioenergiedörfer
Energie für Deutschland
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