Buchweizen

Buchweizen (Fagopyrum esculentum = Echter Buchweizen und
Fagopyrum tataricum = Tatarischer Buchweizen)

Buchweizen stammt ursprünglich aus Zentralasien und kam vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts nach Europa. Er gehört zur Gattung der Knöterichgewächse und ist ein Pseudogetreide, das nicht zu den Süßgräsern (echte Getreidearten) gehört, aber durch seinen Gehalt an Stärke, Eiweiß und Mineralstoffen in den Samen ähnlich wie Getreide genutzt werden kann. Allerdings besitzt Buchweizen aufgrund des geringen Gehalts an Klebereiweiß keine Eigenbackfähigkeit. Der Name leitet sich aus seinen Bucheckern-ähnlichen Samen und der mit Weizen vergleichbaren Verwendbarkeit ab.

Die einjährige Pflanze kann zwischen 60 und 120 cm Höhe erreichen. Aus den Blüten, die auf Befruchtung durch Insekten angewiesen sind, entstehen dreikantige Nüsschen, die etwa 3 mm dick und bis zu 6 mm lang werden. Für Bienen bietet der Buchweizen mit seinem reichhaltigen Nektarangebot eine gute Nahrungsquelle. Sortenreiner Buchweizenhonig wird kaum im Handel angeboten. Da er einen sehr speziellen Eigengeschmack aufweist, ist er ein Liebhaberprodukt.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Buchweizenanbau in Europa bedeutungslos, da die Kartoffel einen hohen Stellenwert hatte und ebenfalls wenige Ansprüche an die Böden stellte. Russland, China und die Ukraine gelten heute als die Hauptanbauländer. Mittlerweile wird der Buchweizen in Deutschland häufiger als Zwischenfrucht zur Gründüngung angebaut und ist in der Vollwertküche beliebt. Mit seinem nussartigen Geschmack wird er in Grützen, Grieß und Mehl für Pfannkuchen sowie für Bratlinge oder Suppeneinlagen verarbeitet. Buchweizen kann auch bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), einer chronischen Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, im Rahmen der diätischen Ernährung eingesetzt werden. Allerdings ist der rote Farbstoff aus der Fruchtschale, das Fagopyrin, problematisch, da er bei Verzehr die Haut gegen Sonnenlicht empfindlich machen kann. Wird der Buchweizen zuvor geschält, besteht dieses Problem nicht. Der Echte Buchweizen wird auch pharmazeutisch genutzt. Das frische oder getrocknete Kraut wird als Venentherapeutikum eingesetzt. Wirksamer Inhaltsstoff ist das Flavonoid Rutin, für dessen Gewinnung Buchweizen als Arzneipflanze angebaut wird.

Die Ansprüche an den Boden sind sehr gering, auch nährstoffarme Heide- und Moorböden sind geeignet. Allerdings reagiert der Buchweizen empfindlich auf Temperaturen unter + 3 °C und möchte auch zum Keimen hinreichend Bodenwärme haben. An die Vorfrucht stellt Buchweizen keine Ansprüche. Auch der Anbau als Zwischenfrucht zur Grünnutzung ist gängig. Um Auswaschungsverluste über den Winter zu verhindern, kann Buchweizen als Fangpflanze bei hohen Stickstoffgehalten im Boden eingesetzt werden, dabei bildet der absterbende Bestand einen guten Erosionsschutz. Als Gesundungsfrucht eignet er sich besonders bei Nematodenbefall nach Hackfrüchten, indem er die Nematoden zum Schlüpfen anregt, ihnen aber keine Nahrungsquelle bietet. Da Buchweizen sehr schnell sehr dichte Pflanzbestände bildet, wird er im ökologischen Landbau zur Unkrautunterdrückung eingesetzt.

Die Aussaat erfolgt zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Durch seine kurze Entwicklungszeit kann Buchweizen in der Fruchtfolge noch im Juni nach der Ernte von Wintergerste gesät werden. Die Saattiefe sollte etwa 3 bis 4 cm betragen. Als Hauptfrucht werden 20 bis 25 kg/ha ausgebracht, um 125 Körner/m² zu erhalten. Als Zwischenfrucht werden 50 bis 60 kg/ha benötigt, für 300 Körner/m². Die Zwischenfrucht kann innerhalb von sechs bis neun Wochen nach der Aussaat als Futter genutzt werden. In diesem Fall kann die Aussaat noch bis Mitte Juli erfolgen.

Buchweizen besitzt ein gutes Mineralstoff-Aneignungsvermögen. In gut mit Kalium und Phosphor versorgten Böden ist keine Düngung nötig. Die Grunddüngung mit P2O5 liegt bei 60 bis 80 kg/ha. K2O wird in gleicher Menge benötigt. Auch die N-Düngung liegt in dieser Größenordnung, allerdings abzüglich des verfügbaren mineralischen Stickstoffs (Nmin) im Boden. Die Kornerträge liegen bei 10 bis 25 dt/ha, die Blatterträge zwischen 5 und 15 dt/ha. Die Ernte wird mit dem Mähdrescher zwischen Ende August und Anfang September durchgeführt. Die Bestimmung des Erntezeitpunktes erfordert Fingerspitzengefühl, da Buchweizen sehr ungleichmäßig abreift. Bei der Ernte kann das Korn bis zu 30 % Feuchtigkeit enthalten. Es reagiert empfindlich auf Schimmelpilzbefall und muss umgehend auf 12 bis 14 % Wassergehalt heruntergetrocknet werden. Wird Buchweizen zur Ernährung genutzt, muss zuvor die Schale der Nüsschen entfernt werden.

Bei der Nutzung der Ganzpflanze als Biogassubstrat können schätzungsweise gut 15.000 kWh/ha erwartet werden. Am Technologie- und Förderzentrum in Straubing werden aktuell Buchweizen und Quinoa in ihrer Eignung als späte Zweitfrüchte nach der Ernte von Ganzpflanzengetreide untersucht. In dreijährigen Feldversuchen werden zu zwei Saatzeitpunkten und an zwei Standorten Ertragspotenzial, Wassernutzungseffizienz und Substratqualität für die Biogasproduktion betrachtet. Aus diesen und begleitenden Gewächshausversuchen sollen praxistaugliche Empfehlungen für die Landwirtschaft resultieren. Das Forschungsprojekt wird mit Bundesmitteln über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gefördert.

Weiterführende Links:

Energiepflanzen (Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e.V.)
http://www.energiepflanzen.info/

Anbauhinweise Buchweizen (Technologie- und Förderzentrum)http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/16022/pfl_anbau_buchweizen.pdf

Energiepflanzen für die Biogasproduktion (Technologie- und Förderzentrum)http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/tfz_kompakt_1_g.pdf

Buchweizen für die Biogasproduktion – Vergessene Kulturen wiederentdecken (Technologie und Förderzentrum)
www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/17500/tfz_kompakt_3_buchweizen.pdf

Kulturanleitung – Buchweizen (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg
http://www.alf-re.bayern.de/pflanzenbau/20480/linkurl_0_1_0_1.pdf

Kultursteckbrief für Buchweizen
http://www.oekolandbau.de

Echter Buchweizen Fagopyrum esculentum (Bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg)http://www.bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg.de/fileadmin/daten_40812/Textblatt_Trachtpflanzen_InfoTeil67.pdf

Buchweizen, Quinoa und Amaranth: Urgetreide aus der Ferne
http://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/getreide/buchweizen-quinoa-und-amaranth-urgetreide-aus-der-ferne

Arzneipflanzendatenbank (FNR)
http://www.arznei-pflanzen.info/arzneipflanzen/datenbank-99nr042/

Buchweizen als Arzneipflanze (PTA)
http://www.pta-aktuell.de/media/pdf/2008/05_08/PTA_05_Intern_046_048.pdf

Arzneipflanze des Jahres 1999: Buchweizen - Fagopyrum esculentum MOENCH (Welterbe Klostermedizin)
http://welterbe-klostermedizin.de/index.php/arzneipflanzen/12-arzneipflanze-des-jahres/83

Echter Buchweizen (Wikipedia)
http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Buchweizen

Zwischenfruchtanbau (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/zwischenfruechte/zwischenfruchtanbau-pdf.pdf

Buchweizenrezepte (Chefkoch)
www.chefkoch.de/rs/s0/buchweizen/Rezepte.html

 

C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Link zu den Förderschwerpunkten.
Kampagne 'Deutschland hat unendlich viel Energie'
Wettbewerb Bioenergiedörfer
Energie für Deutschland
© www.nachwachsende-rohstoffe.de